Stimmungsvolles Portrait inniger Erzählungen

BildErstmals wagt die Opernsängerin Ina Kancheva den Sprung in ein neues Terrain und singt bekannte Cabaret Songs, Musicalhits und stimmungsvolle Liebeslieder, die von unerwiderter Liebe und romantischen Affären handeln. Die melodischen Strukturen erinnern an den amerikanischen Gesangsstils des Blues, wobei Torch Songs vorwiegend von weiblichen Sängern wie Ella Fitzgerald, Etta James, Rosemary Clooney und LaVern Baker gesungen worden und das Credo verbildlichen, eine Fackel für jemanden zu tragen oder das Licht einer unerwiderten Liebe zu entzünden. Daher verwundert es nicht, dass sich Songs wie „Lili Marlene“ (1938), „Cry Me a River“ (1953), „One for My Baby“ (1943), „Rhythm of the Rain“ (1962) und „Losing My Mind“ (1971) in die Erfolgslisten einreihen. Kancheva eröffnet ihr Album mit dem Song „Losing My Mind“ von Stephen Sondheim und schlüpft in die Rolle des ehemaligen Showgirls Sally Durant Plummer, die schon einst Sängerin und Schauspielerin Liza Minnelli 1989 berühmt machte. Zuerst von Dorothy Collins in der ursprünglichen Broadway-Produktion Follies aufgeführt, wurde „Losing My Mind“ im Laufe der Jahre von vielen Künstlern aufgenommen.

Auf Kanchevas Album lassen sich gleich mehrere Songs des US-amerikanischen Komponisten William Bolcom finden. Eine mitreissende Mischung aus anspruchsvoller Rhetorik und scheinbarer Unvollkommenheit hat dazu geführt, dass Bolcoms Songs häufig für Programmationen in Liederabenden sowohl auch in Theaterrevuen einbezogen wurden. Der erste Band der 24 Songs wurde zwischen Ende 1977 und Mitte 1978 komponiert und machte neben dem sympathischen „Fur“ und dem resigniert einfachen „Waitin´“ noch zwei weitere Songs bekannt: „Song of Black Max“ und „Amor“. Ersterer ähnelt einem durchkomponierten „Mack the Knife“, während letzterer eine charmante Melodie mit lebhaft lateinischem Rhythmus, das musikalische Set zu einem entzückenden Abschluss bringt. Bolcoms zweiter Band enthält verstärkt reflektierende Lieder: „Toothbrush Time“ unterstreicht mit einer gezackten melodischen Linie die Entzauberung der Sängerin am Morgen danach wie ebenso die düster-humorvolle Geschichte „George“ spiegeln zweifelslos die Stimmung wider.
Speak Low ist der Song aus dem Musical One Touch of Venus von Kurt Weills erfolgreichster Broadway-Show. Die Titelzeile „Speak low when you speak, love“ greift eine klassische Sentenz aus Shakespeares Viel Lärm um Nichts auf. Schon bevor Sängerinnen wie Ella Fitzgerald oder Barbra Streisand den Song ins Repertoire übernahmen, war er schon längst als Instrumentalstück akzeptiert.
„Send In the Clowns“ ist ein Song von Stephen Sondheim für das Musical A Little Night Music aus dem Jahr 1973; eine Ballade über die Ironie und Enttäuschungen des Lebens. Es wurde Sondheims populärstes Lied und ist ebenfalls auf dem Album „A Little night music – cabaret and other stories“ zu hören.
Erschienen bei Virginia Records und ab sofort im Musikhandel erhältlich, ist das Album eine gelungene Mischung aus vergangenen Zeiten, nostalgischen Färbungen und fantasierenden Empfindungen. Begleitet vom Pianisten Ludmil Angelov, findet Kanchevas Stimme ihre charakteristische Klangfarbe und lädt zum ausgiebigen Verweilen ein.
Weitere Informationen unter inakancheva.com

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